Europas Leitbörsen zu Mittag mehrheitlich im Plus / Keine Änderung der US-Geldpolitik erwartet - BASF schwächster Wert im Euro-Stoxx-50 - Banco Santander mit zweistelligem Milliardenverlust

Wednesday, 29. July 2020 12:59

Die europäischen Aktienmärkte haben am Mittwoch zu Mittag mehrheitlich im Plus tendiert. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,10 Prozent auf 3.306,88 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 12.45 Uhr mit 12.818,94 Punkten und minus 0,13 Prozent.

Der FTSE-100 der Börse London gewann 0,30 Prozent und steht nun bei 6.147,73 Stellen. Für den CAC-40 in Paris ging es um klare 0,73 Prozent auf 4.964,86 Punkte hinauf.

Die Berichtssaison nimmt laut dem Marktexperten Andreas Lipkow von der Comdirect Bank weiter Fahrt auf. Gemischte Einblicke gab es vor allem in die Wirtschaftslandschaft der USA, wie er sagte. "Während es bei den Technologieunternehmen weiterhin relativ rund läuft, hängen die Unternehmen der 'Old-Economy' hinten an. Das sich daraus ergebende Spiegelbild macht die heutige Fed-Sitzung nach dem europäischen Börsenschluss umso spannender. Entsprechend ruhig dürfte der heutige Handelstag verlaufen."

Konsens sei allerdings, dass die Fed an der Geldpolitik per se erst einmal nichts ändern werde, merkte Devisenexpertin Antje Praefke von der Commerzbank an. Vielmehr dürfte Fed-Chef Jerome Powell erneut betonen, dass die Notenbank noch lange expansiv bleiben werde und bereit sei, falls nötig, noch expansiver zu werden, um die Wirtschaft zu stützen.

Im Euro-Stoxx-50 richteten sich die Blicke unter anderem auf das Luxusgüterunternehmen Kering. Nachdem die Papiere des Unternehmens am Vortag noch mit minus 2,7 Prozent deutliche Verluste verzeichnen mussten, gewannen sie rund vier Prozent. Anderes als für den Luxusgüterkonzern LVMH, der am Vortag einen Umsatz- und Gewinneinbruch vermeldet hatte, verlief das erste Halbjahr für Kering besser als erwartet.

Für Schneider Electric ging es nach Halbjahreszahlen und Prognose für das restliche Geschäftsjahr noch deutlicher hinauf und an die Spitze des Eurozonen-Leitindex. Schneider Electric meldete ebenfalls angesichts der Covid-19-Krise überraschend widerstandskräftige Halbjahreszahlen und wagte zudem nun wieder einen Ausblick auf das restliche Jahr. Konzernchef Jean-Pascal Tricoire sprach zwar von einer bleibenden Unsicherheit, bestätigte aber dennoch die Mittelfristziele. Die Titel zogen daraufhin um rund 4,1 Prozent an.

Als schwächster Wert im Euro-Stoxx-50 verloren BASF rund 4,7 Prozent. Der Chemiekonzern rechnet mit einem schwierigen dritten Quartal. Die endgültigen Zahlen für das zweite Jahresviertel hätten den Vorab-Daten entsprochen, aber die Aussagen zum dritten Quartal seien nicht hilfreich, sagte ein Händler.

Ein zweistelliger Milliardenverlust bei Banco Santander in der ersten Jahreshälfte 2020 sorgte unterdessen für Verluste von 3,1 Prozent in dieser Aktie. Die spanische Großbank rutschte wegen der Corona-Pandemie tief in die roten Zahlen und meldete milliardenschwere Abschreibungen auf die Geschäfte in Großbritannien, Polen und den Vereinigten Staaten.

Im DAX machte sich bei den Aktionären der Deutsche Bank nach anfänglichem Optimismus rasch Ernüchterung breit. Die Aktien verloren zuletzt knapp 2,7 Prozent. Mit Blick auf zuletzt starke Ergebnissen der US-Investmenthäuser nannte Analyst Kian Abouhossein von JPMorgan die Zahlen der Deutschen Bank "gut genug". "Es wird interessant sein zu sehen, ob die Deutsche Bank in einem normalen Ertragsumfeld Marktanteile gewinnen kann", schrieb der Experte.

fpr/sto

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